Da chartert also eine 34-jährige Ex-Reality-Darstellerin auf Mallorca eine 24-Meter-Luxusjacht für schlappe 6.000 Euro am Tag und finanziert den ganzen Spaß mit einem einzigen Post auf OnlyFans. Ein Aufschrei des blanken Entsetzens geht durch die digitale Kommentar-Kloake der Alpenrepublik.
Das Bild im Internet-Abfluss ist wie immer herrlich konsistent: Vorzugsweise Pensionisten, chronisch Frustrierte und akademische Sesselfurzer rotzen im Minutentakt ihre moralinsauren Weisheiten in die Tastatur, dass man den virtuellen Mundgeruch fast durch den Bildschirm riechen kann.
Das große Winseln der Fleiß-Fetischisten
Besonders rührend sind jene Exemplare, die nach jahrzehntelangem, mühsamem Studium oder fünfzig Jahren Maloche im verstaubten Büro plötzlich ihr gesamtes Weltbild in Trümmern sehen. „Wozu sich das alles antun, wenn es offensichtlich viel einfacher geht?“, fragt ein verzweifelter Wissenschaftler im Kommentarbereich.
Die Antwort ist so einfach wie schmerzhaft, Herr Hofrat: Weil das System, an das du so brav geglaubt hast, dich seit deiner Zeit im Kindergarten belogen hat.
Seit Jahrzehnten wird den Leuten eingeredet, sie müssten sich 45 Jahre lang den Buckel krumm schuften, brav die Goschn halten, brav Steuern zahlen und sich zu Hause von der frustrierten Ehefrau, mit der seit der Jahrtausendwende im Bett absolut gar nichts mehr läuft, die Suppe versalzen lassen. Und am Ende? Winkt eine Mindestpension, während die Teuerung dir die letzte Marillenmarmeladen-Semmel vom Teller frisst.
Und dann kommt da eine junge Frau daher, filmt sich selbst beim ficken mit einem oder mehrerer ihrer zig Fuckbuddies zeigt zusätzlich ihrer zwei „großartigen Argumente“, scheißt auf die verstaubte bürgerliche Moral und zieht dem System in 24 Stunden mehr Kohle aus der Tasche, als der durchschnittliche Krone-Kommentator in drei Jahren harter Arbeit versteuert.
Der nackte Neid im Gewand der Sorge
Die Kommentare sind eine psychologische Goldgrube des verklemmten Neider. Da wird mit dem Zeigefinger gefuchtelt: „Die wird noch blöd schauen, wenn sie älter ist!“ oder „In zehn Jahren will dich keiner mehr sehen!“.
Geh bitte, schleicht’s euch mit eurer scheinheiligen Sorge!
Das ist kein Mitleid, das ist der pure, fiese Wunsch, dass die junge Dame gefälligst genauso im Dreck landen soll wie man selbst. Es erträgt der brave Steuerzahler einfach nicht, dass jemand mit Spaß, Nacktheit und minimalem Aufwand das große Geld macht, während er selbst beim Spar die Centstücke umdrehen muss.
Nichts anderes als Online-Prostitution sei das, jaulen die Sittenwächter.
Und selbst wenn es so ist, ihr Heuchler? Sie verkauft eine Illusion an einsame, sozial isolierte Männer, die im echten Leben keine Nähe finden – Männer, die übrigens genau aus der Mitte dieser zeternden Gesellschaft stammen. Es ist der klassische Markt von Angebot und Nachfrage. Nur dass die Verkäuferin hier die Fäden in der Hand hält.
Fazit: Wer fickt, gewinnt. Wer buckelt, verliert.
Das System Strafplanet zeigt sich mal wieder von seiner ehrlichsten Seite: Die Dummheit und die Einsamkeit der Masse finanzieren den Luxus der wenigen, die schlau genug sind, die Hosen runterzulassen.
Während die frustrierte Altmänner-Riege daheim auf dem Sofa sitzt, Oberlehrer-Ratschläge erteilt, die völlig an der Realität vorbeigehen, und darauf wartet, dass die Inflation das Ersparte auffrisst, schlürft das Cottbuser Mädel ohne Ausbildung den Champagner auf der Jacht.
Man muss OnlyFans nicht mögen, und man muss den Content nicht konsumieren. Aber wer der Dame die Kohle nicht gönnt, hat einfach nur Angst vor der bitteren Wahrheit: Sie hat das System begriffen. Ihr guckt in die Röhre – sie aufs Meer.
https://www.krone.at/4184434?utm_source=direct&utm_medium=taboola_recirculation
Wenn dir der Artikel gefallen hat, dir ein Schmunzeln, Kopfschütteln oder einen kleinen Nervenzusammenbruch beschert hat – genau so war’s geplant.
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