Wiener Wortspiel-Rückspiel #28

„Host scho g’hert, de G’sichta beim ORF woin uns alle no mehr aussackln ois wia bisher. De kennan mi olle sche laungsaum am orsch leck’n de verlogenen G’frasta.“

Übersetzung nüchtern: Hast du schon gehört, die Versager beim ORF wollen uns noch mehr Gebühren abnehmen als bisher. Diese verlogenen Bastarde können mich alle langsam am Arsch lecken.

Wiener Realitätskern: Der Wiener liest die Schlagzeile zur nächsten ORF-Gebührenerhöhung, während der gefeuerte Ex-Chef den Laden wegen Millionen verklagt und 13 hochbezahlte Stiftungsräte munter weiter den Steuerzahler melken. Die Gegenleistung für die Zwangsabgabe? Uralt-Wiederholungen, Skandale und unkritische Regierungsberichterstattung. Der Satz fällt trocken beim Blicken auf den Gebührenbescheid.

Sinn & soziale Funktion: Reiner verbaler Selbstschutz gegen die verordnete Bereicherung der Abgaben-Elite. Der Wiener droht lautstark mit Totalverweigerung, um die eigene Würde zu retten – wohlwissend, dass sein Geld trotzdem weiter per Dauerauftrag fließt.

Er signalisiert:

  • Vertrauen in den ORF: Spätestens seit Corona vorbei
  • Bereitschaft zur Gebührenzahlung: nur zähneknirschend.
  • Bereitschaft zum Aufstand: Verpufft beim Biss in sein Schnitzel.

Ü. Für Menschen mit Matura/Abitur: „Die erneute Anhebung der Haushaltsabgabe stößt auf tiefen Zynismus. Einer steigenden finanziellen Belastung steht ein öffentlich-rechtliches Programm gegenüber, das qualitativ und inhaltlich massiv an Glaubwürdigkeit eingebüßt hat.“

2026 – LinkedIn Deluxe Management Edition: „Ein Budget-Adjustment im Public-Broadcasting erfordert ein proaktives Fee-Scaling. Dass der Stiftungsrat eine Fee-Adjustierung ansteuert, zeigt echte Fiscal-Ownership zur Stabilisierung unseres Medien-Ecosystems. #PublicBroadcasting #RevenueExcellence #FiscalImpact“

2026 – Dönerbuden-Soziolekt: „Ey Aldda, hast du gehört? Die Schlipsträger vom Staatsfernsehen wollen noch mehr Kohle abdrücken lassen, obwohl isch gar kein TV gucke. Scheiß Zwangsgebühr, Bruda! Diese verlogenen Wixxer können mich alle am Arsch küssen, wallah.“


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Tom Weber

Tom Weber – Beruf: Störenfried. Diagnose: chronisch allergisch gegen Heuchelei, Doppelmoral und staatlich geprüften Schwachsinn. Schreibt auf dem Strafplaneten über alles, was im offiziellen Irrenhaus als „normal“ gilt – und daher dringend untersucht werden muss

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