Willkommen in der Bananenrepublik Österreich!

Während den Bürgern beim Wocheneinkauf die Schweißperlen auf der Stirn stehen und der Staat trotz Rekordsteuereinnahmen angeblich kein Geld mehr für funktionierende Schulen hat, liefert uns die Polit-Prominenz wieder feinstes Realsatire-Theater.

In der roten Ecke: Eine Partei im epischen Sesselrücken. Man leistet sich jetzt einfach ein Dreier-Kollektiv an der Spitze, Schichtbetrieb auf dem Vizekanzler-Posten und Übergangsfristen bis ins nächste Jahrzehnt. Wer braucht schon Entscheidungen oder Reformen, wenn man stattdessen monatelang die eigenen Machtspielchen auf Steuerzahlerkosten ausleben kann? Hauptsache, die Diäten fließen ungebremst weiter.

Aber das wahre Highlight spielt sich wie immer im Publikum ab.

Da sitzt das Volk im brennenden Theater, der Rauch steigt auf – und was fordern die Ersten in den Krone-Kommentarspalten? Sie wollen den Kerl zurück, der das Zündholz überhaupt erst angesteckt hat!

Sebastian Kurz. Unser korrupter Geiselnehmer aus der Corona-Zeit. Der Mann, der zwar angeklagt wurde, aber statt einzufahren lieber nach Israel abdampfte, um jetzt als Tech-Millionär durch die Welt zu reisen und Regierungen Überwachungssoftware zu verhökern. Das alles scheint den oberg’scheiten und fünfmal geboosterten Pensionisten in den Kommentarspalten aber völlig entgangen zu sein. Oder sie verdrängen es einfach.

O-Ton: „Ach, wenn nur der Basti wiederkommt, wird alles gut!“

Genial. Das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen. Das ist genau dieselbe elendige Knechtsmentalität wie im tiefsten Mittelalter: Wenn dir der Landvogt mit seinen Schergen jeden Monat die letzte Münze aus der Hütte prügelt – und du am Ende noch dreimal ehrfürchtig danke sagst, weil der Kerl und seine Bande heute zu besoffen war, um dir auch noch das Weib weg zu f……

Genau auf diesem Niveau bewegen wir uns hier. Ein Volk von Bücklingen, das seinem eigenen Ausbeuter auch noch die Stiefel leckt, solange der Parasit dabei im maßgeschneiderten Anzug grinst.

Nach oben buckeln nach unten treten. Es ist halt so schön bequem auf kleinen Eiern, sein ganzes Leben durch die Gegend zu rollen…

Wir haben uns längst daran gewöhnt, dass uns lächerliche Brotkrumen wie „Tankrabatte“ oder Mehrwertsteuersenkungen als gigantische Rettungspakete verkauft werden, während man uns an der anderen Ecke über die Energiekosten weiter schamlos abzockt.

Aber das Schlimmste ist nicht einmal die Dreistigkeit derer da oben. Das Schlimmste ist das kollektive Gedächtnis einer Eintagsfliege bei Teilen der Bevölkerung. Dieser infantile Drang, bloß nicht selber denken und handeln zu müssen, sondern stattdessen immer nach einem neuen Messias zu blöken, der einem sagt, wo es langgeht – während er sich ungeniert die Taschen füllt und auf jegliche Regeln, Moral und Gesetze pfeift.

Die korrupten Akteure wurschteln einfach ungestört weiter. Die Darsteller wechseln die Masken, das Drehbuch bleibt immer derselbe Schwachsinn. Und der ausg’sackelte Bürger klatscht dazu auch noch brav Beifall.

https://www.krone.at/4322203?


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Tom Weber

Tom Weber – Beruf: Störenfried. Diagnose: chronisch allergisch gegen Heuchelei, Doppelmoral und staatlich geprüften Schwachsinn. Schreibt auf dem Strafplaneten über alles, was im offiziellen Irrenhaus als „normal“ gilt – und daher dringend untersucht werden muss

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