Das 11-Millionen-Märchen von St. Pölten: Wenn „Barrierefreiheit“ zur Lizenz zum Gelddrucken wird

Ich bin gestern wieder durch das sogenannte „Regierungsviertel“ hier in St. Pölten spaziert. Seit Jahresbeginn wird dort der sogenannte Landtagssaal umgebaut. Ja das ist der Saal, wo sich die Politdarsteller gegenseitig die heiße Luft statt Lösungen ins Gesicht blasen und auf Applaus aus der eigenen Fraktion warten.

Kostenpunkt für die heitere Renovierungs-Gaudi: Satte 11,2 Millionen Euro!

Draußen wissen die Menschen nicht mehr, wie sie die Miete, den Wocheneinkauf oder die Stromrechnung stemmen sollen, aber drinnen wird die Millionen-Schaufel schamlos geschwungen. Den Bürgern wird bei jeder Gelegenheit erzählt: „Kein Geld da! Wir müssen sparen!“ – aber wenn es darum geht, den Tempel der heißen Luft neu zu vergolden, ist die Portokasse plötzlich prall gefüllt.

Und wie verkauft man dem naiven stets nur Nadis sehendem Fußvolk diese obszöne Geldverbrennung? Richtig: Landtagspräsident Wilfing und Landeshauptfrau Mikl-Leitner stellen sich vor die Kameras und sülzen schamlos von „Achtsamkeit“ und „Barrierefreiheit für alle“.

Das neue Zauberwort unserer Polit-Nomenklatur! Brüll einmal laut „Barrierefreiheit!“, und schon verwandelt sich jede Steuergeldvernichtung in ein humanitäres Wohlfühlprojekt für alle. Wer jetzt noch Kritik an den 11 Millionen Heißluftventilator übt, ist im Kopf dieser Herrschaften sofort ein phöser Menschenfeind. Punkt!

Die 11-Millionen-Klassenzimmer-Posse

Aber man muss sich nur mal die Vorher-Nachher-Bilder nebeneinander ansehen:

1997 hat man um astronomische Unsummen aus Steuergeld ein sogenanntes „Landtagsschiff“ hingebaut. Das Ergebnis? Ein Plenarsaal im Look einer überdimensionierten Volksschulklasse oder eines spießigen FH-Hörsaals, wo alle starr in Reih und Glied nach vorne glotzen und sich nicht mal anschauen können. Wer immer diesen Architektur-Schwachsinn damals verbrochen und sich dafür hat vergolden lassen, gehört heute noch belangt!

Und was machen unsere Volksvertreter keine 30 Jahre später für 11,2 Millionen Euro?

Sie reißen die Bude ab, drehen den Raum einmal um 180 Grad und stellen die Tische im Halbkreis auf! Ein Layout, das jedes Dorfparlament seit den Römern als Grundwissen besitzt! 

Doch in St. Pöten gelten seit jeher andere Regeln. Erst baust du dir mit Freunderln mit den Geldern der Anderen den totalen Schrott, kassierst ab – und ein Vierteljahrhundert später kassieren die nächsten Freunderl wieder Millionen, um den Schrott in das zu verwandeln, was von Tag eins an hätte stehen müssen. 

Der Gipfel der Dreistigkeit: 

Und während der Steuerzahler geschröpft wird, rückt die Hofberichterstattung von NÖN und ORF an und feiert das Ganze als „Gala-Vorstellung in Sachen Nachhaltigkeit“. Weil man nämlich die alten Ledersessel nicht weggeworfen hat, sondern aufarbeiten lässt.

Der absolute Kracher kommt aber jetzt: Aus dem abgezogenen alten Leder der Abgeordnetensessel werden nun Laptoptaschen und Stiftetuis für die Abgeordneten genäht! Damit retten wir einmal mehr das arme Klima.

Ich fasse zusammen: Sie lassen sich für 11,2 Millionen Euro der Steuerzahler einen neuen Palast hinstellen, drehen den Saal einmal im Kreis – und als Belohnung für ihre harte Arbeit schenken sie sich aus den abgezogenen Häuten ihrer alten Sessel gleich noch edle Laptoptaschen für den Privatgebrauch!

Das ist keine Politik mehr. Das ist eine simple feudal- Selbstbedienungsanstalt, die dir erst die Taschen leert, dir dann eine Märchengeschichte von „Achtsamkeit“ erzählt und sich am Ende aus deinem Geld noch den eigenen Luxus-Merch schneidern lässt.

Das große Eröffnungs-Spektakel: Champagner für die Elite, Absperrgitter für den Pöbel

Und wisst ihr, wie dieses Trauerspiel 2027 gipfeln wird? Ich kann es euch heute schon exakt voraussagen.

Es wird eine Eröffnungsausgabe der Sonderklasse geben. Die Polit-Schickeria feiert sich selbst mit Pomp, Glanz, Champagner und Hummerbuffet. Bussi-Bussi-Promis und gekaufte Medien nickten das Ganze brav ab, während man sich gegenseitig auf die Schultern klopft, was für ein Meilenstein der Demokratie hier doch geschaffen wurde.

Und der debile Steuerzahler, der die ganze Zeche am Ende zähneknirschend zahlt?

Der darf dann ein paar Wochen später beim offiziellen „Tag der offenen Tür“ antanzen. Hinter meterhohen Absperrgittern, gesichert von einem Großaufgebot an Polizei, darf der Pöbel aus sicherer Entfernung ehrfürchtig staunen. Da steht er dann, der brave Untertan, glotzt auf sein ins Nichts pulverisiertes Erspartes, klatscht auch noch dumm Beifall und ist mächtig stolz, dass er einmal kurz die Luft atmen durfte, in der seine Herrscher demnächst wieder wie gewohnt heiße Luft verblasen. 🤡


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Tom Weber

Tom Weber – Beruf: Störenfried. Diagnose: chronisch allergisch gegen Heuchelei, Doppelmoral und staatlich geprüften Schwachsinn. Schreibt auf dem Strafplaneten über alles, was im offiziellen Irrenhaus als „normal“ gilt – und daher dringend untersucht werden muss

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