(Passt aktuell auf alle unsere Politdarsteller!)
„Oida, host an kompletten Poscha?“
Ü: Bist du noch ganz bei Trost?
Wiener Realitätskern:
Diese Frage ist im Wiener Alltag kein echtes Informationsersuchen.
Niemand erwartet eine Antwort wie: „Ja, danke der Nachfrage, ich habe tatsächlich einen vollständigen Poscha.“
Nein.
Der Wiener stellt diese Frage ausschließlich dann, wenn sein Gegenüber gerade eine geistige Pirouette hingelegt hat, bei der selbst ein kaputter Einkaufswagen stabiler durch die Kurve kommt.
„Poscha“ beschreibt einen Zustand zwischen:
– spontaner Hirnüberhitzung – Realitätsverlust – und jener speziellen Form von Selbstüberschätzung, bei der Menschen plötzlich glauben, sie hätten gerade etwas extrem Kluges gesagt.
Typische Auslöser für den Satz:
– jemand erklärt dir, warum die nächste Steuer eigentlich eine „Entlastung“ ist – ein Energieversorger verkauft dir eine Preiserhöhung als „Beitrag zur Stabilität“ – ein LinkedIn-Influencer schreibt einen Roman über „Purpose“, während seine Firma gerade 800 Leute vor die Tür setzt
Der Wiener hört sich das eine Weile an, schaut den Betroffenen an wie ein Mechaniker einen Motor mit Kolbenfresser und fragt dann ruhig:
„Oida… host an kompletten Poscha?“
Das ist kein Wutausbruch.
Das ist eine freundliche Diagnose aus der Praxis.
Für Menschen mit Matura/Abitur:
„Ich habe den Eindruck, dass Ihre soeben geäußerte Argumentation eine gewisse Diskrepanz zur allgemein wahrnehmbaren Realität aufweist. Wären Sie bereit, Ihre Annahmen noch einmal kritisch zu überprüfen?“
Sinn & soziale Funktion:
Der Satz ist ein Wiener Frühwarnsystem.
Er verhindert, dass Gespräche komplett entgleisen, indem er dem Gesprächspartner eine letzte Chance gibt, geistig wieder auf der Fahrbahn einzuscheren.
Signalisiert wird:
– Realität: gerade verlassen – Geduld: fast aufgebraucht – Gespräch: nur noch unter Beobachtung – Chance zur Selbstkorrektur: genau eine
2026 – LinkedIn Deluxe Management Edition:
„Ich möchte an dieser Stelle kurz einen Reality-Alignment-Check initiieren. Aus meiner Perspektive bewegen wir uns aktuell außerhalb eines kohärenten Faktenrahmens. Vielleicht wäre ein gemeinsamer Perspektiv-Reset sinnvoll, um unsere Narrative wieder stärker an datenbasierter Entscheidungslogik auszurichten und die Gesprächsdynamik in einen konstruktiven Impact-Space zurückzuführen.“
2026 – Dönerbuden-Hinterhof-Alpha-Soziolekt:
„Ey Bruddda… was redest du für Bullshit?
Hast du Systemabsturz im Kopf oder was?
Komm mal zurück auf Realität, Digga.“
Wenn dir der Artikel gefallen hat, dir ein Schmunzeln, Kopfschütteln oder einen kleinen Nervenzusammenbruch beschert hat – genau so war’s geplant.
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