Die Hohlglas-Show aus Cupertino:

Wie Apple seine eigene Beerdigung als Revolution verkauft

Wer gestern eineinhalb Stunden seines Lebens an die Apple-Keynote verschwendet hat, brauchte danach keinen Espresso mehr – er brauchte eine Infusion aus reinem Frust. Als alter Hase aus den 90ern weiß man schließlich noch, wie sich echte Innovation anfühlte. Damals gab es Hardware, die schlicht funktionierte, während die Konkurrenz mit knarzenden Plastik-Ziegeln herumfummelte.

Heute ist der Laden zu einer durchgestylten Sekten-Veranstaltung verkommen, bei der durchgegenderte Jubelpeter auf der Bühne Teleprompter-Floskeln abspulen, die selbst Künstlicher Intelligenz den Magen umdrehen würden.

1. Die Influencer-Hölle und der verendete Überraschungseffekt

Dass die Keynote im Grunde gar nicht mehr stattfinden müsste, ist der größte Witz an der Sache. Seit sechs Wochen ballern die feuchten Träume der YouTube-Gummibären-Bande durchs Netz. Jedes Detail, jede Gehäuseecke und jeder Chip-Name war längst geleakt. Warum schaut man sich das eigentlich noch an?

Damit man sieht, wie hübsch abgestimmt die schwarzen Sneakers mit weißer Sohle auf die Bell-Bottom-Glockenhosen der Präsentatorinnen passen? Das Ganze wirkt mittlerweile wie ein überchoreografiertes Fashion-Shooting, bei dem zwischendurch kurz versehentlich ein Telefon ins Bild gehalten wird. Das ist kein Event mehr, das ist Betroffenheits-PR in Designerklamotten.

2. Das „iPhone Duo“: 2.300 Euro (Startpreis) für ein Faltding, das niemand brauchte

Da servieren sie uns also das bahnbrechende iPhone Duo. Ein Falt-Smartphone für schlappe zwei Tausender+.

  • Der Hype: „Ein technisches Wunderwerk! Das Display klappt nahtlos auf!“
  • Die Realität: Wer echte Bildschirmfläche zum Arbeiten braucht, greift sich ein iPhone 14-16 und wirft ein iPad Mini für schlappe 700 Eier in den Rucksack – da bleibt noch genug Geld übrig für ein paar überteuerte Thai Lattes und Zimtschnecken im Hipstercaffe neben dem Designerklamottenmarkt und dem Bubbletealaden für kleine Mädchen. Aber nein, der Hipster von heute verlangt nach einem Knick im Display, damit er in der U-Bahn zeigen kann, dass er das Monatsgehalt eines echten Facharbeiters an der Kasse gelassen hat.

3. Megapixel für Pickel & KI-Gedöns aus der Steinzeit

Wo sind die echten Durchbrüche?

  • Die Apple Watch Series 12 misst jetzt den Puls im Sekundentakt. Wahnsinn! Wenn die Pumpe auf 180 geht, weil man die Rechnung von Apple liest, sieht man das jetzt live in 4K.
  • Und dann die KI: Seit fünf Jahren predigen sie das Zeug vor sich her, und was bekommen wir gestern präsentiert? Das Telefon schaut sich ein Foto an und erzählt dir brav: „Das ist ein Hund.“ Sensationell. Darauf hat die gesamte Menschheit sehnsüchtig gewartet.
  • 99 % der Nutzer knipsen ihr Mittagsessen oder ein verschwommenes Selfie. Die brauchen keine variable Blende am iPhone 18 Pro, um das Unreinheiten-Debakel im Gesicht noch schärfer auf Instagram zu ballern.

4. Keine Macs, kein Apple TV – Nur das klassische Melkkuh-Lineup

Dass normale iPhones, MacBooks oder ein neues Apple TV gar nicht erst stattfanden, setzt dem Ganzen die Krone auf. Es geht nur noch darum, die teuersten Pro-Gurken, Uhren und AirPods (die anatomisch scheinbar für Außerirdische geformt wurden) in den U-Boot-Hype-Kanal zu drücken.

Das Fazit: Apple baut nach wie vor solide und vor allem funktionierende Arbeitsgeräte für Leute, die zuverlässig arbeiten wollen. Aber die Magie ist tot, die Keynote ist ein Hochglanz-Leakwiederholung, und das Heer der devoten-Käufer jubelt getreulich über jedes Promille Mehrleistung. siehe nachstehendes Video. 


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Tom Weber

Tom Weber – Beruf: Störenfried. Diagnose: chronisch allergisch gegen Heuchelei, Doppelmoral und staatlich geprüften Schwachsinn. Schreibt auf dem Strafplaneten über alles, was im offiziellen Irrenhaus als „normal“ gilt – und daher dringend untersucht werden muss

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