„Heast in da Kronen Zeidung ham’s g’sogt, dass waunst di über des Gehoit von de Orschlecha am Küniglberg aufregst, dass ma nur neidig is. Jetzt kennan’s mi echt boid olle am Oasch leck’n, i zoi da nix mehr ei!“
Ü: In der Kronen Zeitung wurde berichtet, dass Kritik an den Gehältern der ORF-Mitarbeiter am Küniglberg lediglich auf Neid basiere. Das empfinde ich als bodenlose Frechheit. Ich bin kurz davor, meine Zahlungen einzustellen.
Wiener Realitätskern:
Der Wiener liest das beim Frühstück, verschluckt sich kurz an seiner Butter Semmel und spürt, wie der steigenden Blutdruck, das schlucken des Frühstücks immer mehr erschwert. „Neidig“ ist für den eh schon überall finanziell aus-gesackelten Wiener die ultimative therapeutische Kriegserklärung. Er weiß genau: Er zahlt die Haushaltsabgabe nicht freiwillig, sondern weil ihm das System, die virtuelle Knarre, in Form von parlamentarischen abgesegneten Zahlungsanweisungen auf die Brust setzt. Wenn ihm dann die Hofberichterstatter der Nation erklären, sein Zorn wäre nur ein Charakterfehler (Neid), dann erreicht die Stufe des sagbaren gegen den Wiener ihre Endstufe.
Der entscheidende Teil ist das „i zoi da nix mehr ei!“. Das ist die klassische Wiener Kapitulations-Drohung. Er sagt es mit einer Inbrunst, als würde er morgen persönlich den Küniglberg stürmen und die Stromkabel kappen. In Wahrheit weiß er aber ganz genau, dass der Erlagschein schon in der Lade liegt und er ihn zähneknirschend einzahlen wird. Er braucht das Schimpfen als psychischen Überlebens-Ablass, um sich abends vor dem Fernseher nicht wie ein kompletter Trottel vorzukommen, wenn er genau das Programm schaut, das er gerade noch verflucht hat.
Sinn & soziale Funktion:
Der Satz dient im Wiener Alltag als multifunktionales Entlastungswerkzeug:
Gaslighting-Abwehr: Er schiebt die Schuld für seinen Zorn von sich (Neid) zurück zum Verursacher (Die Gagen-Kaiser am Küniglberg).
Die Fiktion des Widerstands: Durch das Androhen des Zahlungsstopps rettet er seine männliche/bürgerliche Ehre, auch wenn er weiß, dass die Pfändung schneller wäre als sein Widerstand.
Kollektive Selbstvergewisserung: „I bin net neidig, i bin nur net deppat!“
Er signalisiert:
Zustand der Medienlandschaft: Als verlängerter Arm der PR-Abteilungen entlarvt.
Verhältnis zum ORF: Eine toxische Beziehung, in der man zahlt, schimpft, aber ganz sicher nicht geht.
Bereitschaft zur Revolution: Endet pünktlich zum Start der ZIB1 um 20:15
Für Menschen mit Matura/Abitur: „Die mediale Strategie, berechtigte Kritik an den Gehaltsstrukturen des öffentlich-rechtlichen Rundfunks als rein emotionales Neid-Ressentiment zu diskreditieren, wird als manipulative Abwehrreaktion gegenüber dem Gebührenzahler wahrgenommen.“
2026 – LinkedIn Deluxe Management Edition: „Transparenz in der Compensation-Strategy ist ein Key-Faktor für Brand-Loyalty. Wenn wir Feedback-Loops als ‚Neid‘ framen, riskieren wir den Stakeholder-Value. Wir müssen die Audience mit auf die Reise nehmen, um das Investment in High-Level-Talents am Küniglberg nachhaltig zu legitimieren. #Transparency #ExecutivePay #PublicValue“
2026 – Dönerbuden-Soziolekt: „Ey, was labern die Krone? Isch mach Auge auf Gehalt von Chef von mein HDFernsehkiste? Ich schwör, der zieht mir jeden Monat Kohle ab für nix und sagt dann, isch sei neidisch? Wallah, was denkt der, dass isch gucke Seifenoper auf 8K Glotze oder was?
Wenn dir der Artikel gefallen hat, dir ein Schmunzeln, Kopfschütteln oder einen kleinen Nervenzusammenbruch beschert hat – genau so war’s geplant.
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