Das globale kapitalistische System von CJ Hopkins

Manchmal stolpert man über ein Interview, das sich nicht wie ein Interview anfühlt. 

Sondern eher wie ein Weckruf.

Das Gespräch von Bastian Barucker mit dem Schriftsteller und politischen Satiriker CJ Hopkins ist genau so ein Fall.

Barucker macht dabei wieder einmal das, was heute fast schon als journalistische Mutprobe gilt: 

Er lässt jemanden einfach reden. 

Ohne Dauer-Unterbrechung. oder moralischen Erziehungsauftrag. Und ohne betreutes Denken.

Allein dafür verdient seine Arbeit Respekt. 

Denn echte Gesprächskultur ist inzwischen eine aussterbende Spezies. Und Hopkins nutzt diesen Raum. 

Nicht für irgendwelche Empörungsgesten. 

Sondern für eine ziemlich grundsätzliche Analyse dessen, was gerade politisch und gesellschaftlich auf dem Strafplaneten passiert.

Seine Kernthese ist maximal unbequem: 

Wir leben längst nicht mehr in klassischen ideologischen Konflikten zwischen Systemen. 

Der große Wettstreit sei mit dem Ende des Kalten Krieges entschieden worden. 

Übrig geblieben sei ein globales Macht- und Wirtschaftssystem, das den gesamten Planeten umfasst und sich nun zwangsläufig nach innen richtet.

Nicht mehr offene Unterdrückung. 

Nicht mehr Fahnen und Paraden und Stiefel

Sondern eine neue, subtilere Form von Autoritarismus.

Eine, die mit Angst arbeitet. Mit sozialem Druck. 

Mit dem Gefühl, dass Rechte zwar auf dem Papier stehen, im Ernstfall aber erstaunlich schnell verdampfen können.

Hopkins beschreibt die Corona-Zeit in diesem Zusammenhang als eine Art weltweite Machtdemonstration. 

Als Moment, in dem vielen Menschen klar wurde: 

Der Staat kann sehr viel weiter gehen, als man vorher für möglich gehalten hätte.

Ebenso interessant ist seine Sicht auf die heutigen Kulturkämpfe. 

Während sich politische Lager gegenseitig zerfleischen, bleibe das eigentliche “System” im Hintergrund unangetastet. 

Die Wut kanalisiert sich horizontal — nicht nach oben.

Interessant wird es dort, wo Hopkins sagt: 

Dieses System brauche gar keine klassische Ideologie mehr. 

Seine Ideologie sei die Realität selbst. 

Wer sie infrage stellt, gilt nicht als politischer Gegner, sondern als Spinner, Extremist oder Gefahr.

Besonders interessant ist Hopkins’ Blick auf die heutige sogenannte Linke.

Er beschreibt sie als eine Bewegung, die so sehr damit beschäftigt ist, rechte Strömungen zu bekämpfen, dass sie übersehen hat, wie sehr sie sich bereits mit dem bestehenden globalen rechten System arrangiert hat.

Aus Angst vor den „reaktionären Kräften“ habe man sich Schritt für Schritt in ein Machtgefüge integriert, das den ursprünglichen eigenen Idealen längst widerspreche.

Statt dieses System als das zu benennen, was es seiner Ansicht nach geworden ist – ein zunehmend autoritäres, von ökonomischen Interessen dominiertes Machtgebilde – werde es nun als „unsere Demokratie“ verteidigt.

Nicht zuletzt, weil viele seiner Akteure selbst längst von Einfluss, Status und den materiellen Vorteilen dieses Systems profitieren.

Gleichzeitig erkennt er aber auch an, dass genau dieses System historisch auch zumindest formal ein wenig Fortschritt gebracht hat: Auf dem Papier, mehr Rechte, mehr Wohlstand, mehr Demokratie. Und Gerade deshalb sei seine mögliche autoritäre Entwicklung so schwer zu erkennen.

Das Interview liefert keine einfachen Lösungen. 

Kein „So rettest du die Welt in fünf Schritten“. 

Aber es bietet etwas, das heute fast wertvoller ist: 

Einen fucking größeren Zusammenhang! 

Und genau dafür lohnt es sich, zuzuhören.

Wer verstehen will, warum sich unsere Zeit zunehmend wie ein absurdes Theaterstück anfühlt, der sollte sich dieses fantastische Gespräch aus der Rubrik Realität reinziehen.

Nicht, weil es irgendwelche Lösungen und Heilsversprechen gibt. Sondern, weil es den Blick und den eigenen Horizont erweitert.

Wer dieses Gespräch und die Thesen von CJ Hopkins sinnerfassend aufnehmen kann, erspart sich auf einen Schlag zwanzig hochtrabende „Über-das-System-Bücher“.

Und bekommt zusätzlich etwas, das noch wertvoller ist: die Gewissheit, kein Spinner zu sein, wenn man instinktiv spürt, in welchem zunehmend menschenverachtenden, korrupten und verlogenen System wir aktuell leben.


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Tom Weber

Tom Weber – Beruf: Störenfried. Diagnose: chronisch allergisch gegen Heuchelei, Doppelmoral und staatlich geprüften Schwachsinn. Schreibt auf dem Strafplaneten über alles, was im offiziellen Irrenhaus als „normal“ gilt – und daher dringend untersucht werden muss

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