Rubrik Realität, Teil 3: Der Fettrand der Republik

(oder: Wenn sich die Kammer ihre Funktionäre selber mästet)

Da schau her:

Wirtschaftskammerpräsidenten mit Monatsgehältern zwischen 10.000 und 15.000 Euro – und Erhöhungen bis zu 55 Prozent.

Und das mitten in einer Zeit, wo Unternehmer in der Realität grad so die Lichter anlassen können.

Josef Herk, der steirische Kammerkaiser, nennt das im Rückblick:

„Das macht aus heutiger Sicht keinen schlanken Fuß.“

Eh. Eher einen Oberschenkel wie ein Mastschwein kurz vor Weihnachten.

Aber keine Sorge: Es war natürlich alles rechtmäßig, transparent und überparteilich beschlossen.

So klingt’s, wenn sich die Funktionärskaste gegenseitig die Taschen füllt und das dann „Systematik der Obergrenzen“ nennt.

Da kann man nur sagen: „Systematik der Selbstbedienung“ triffts genauer.

Und während sie sich gegenseitig „nicht ans Kreuz nageln“ wollen,

nageln sie dafür lieber weiter jeden Pflichtbeitragszahler ans Konto.

Die kleinen Betriebe blechen – egal ob sie die Kammer brauchen oder nicht.

Das ist keine Interessensvertretung mehr, das ist eine Zwangsmitgliedschaft in einem Fass ohne Boden Selbstbedienungsladen.

Man müsste lachen, wenn’s nicht so zum Kotzen wär.

Die gleiche Wirtschaftskammer, die ständig „Entlastung der Unternehmen“ predigt, verteidigt gleichzeitig 1,3 Milliarden Euro Einnahmen – davon 438 Millionen aus der Kammerumlage 2.

Und die sollen bis 2030 „schrittweise abgeschafft“ werden.

Klingt super – bis man merkt, dass das in Kammerjahren ungefähr nie bedeutet.

Das ist Österreich in Reinform:

Funktionäre im Dauerwohlstand, Finanziers im Dauerstress –

und dazwischen ein System, das sich selbst als Opfer der Umstände darstellt.

Aber keine Sorge: der Rechnungshof schaut sich das „in aller Ruhe“ an.

Das nennt man hierzulande dann Kontrolle.

Ich nenne es: Verdauungspause nach der Gulaschportion.

Quelle: https://www.kleinezeitung.at/wirtschaft/20289886/herk-zu-eigenem-verdienstplus-macht-aus-heutiger-sicht-keinen-schlanken


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Tom Weber

Tom Weber – Beruf: Störenfried. Diagnose: chronisch allergisch gegen Heuchelei, Doppelmoral und staatlich geprüften Schwachsinn. Schreibt auf dem Strafplaneten über alles, was im offiziellen Irrenhaus als „normal“ gilt – und daher dringend untersucht werden muss

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