Über Stromanbieter, Netzentgelte und die Illusion von Wahlfreiheit im Österreich des Jahres 2026.
Wie ich naiv genug war, trotzdem an Wettbewerb zu glauben
Ich bin da nicht reingelaufen wie ein orientierungsloser Dorftrottel mit Vergleichsportal im Safari-Modus und offenem Mund.
Mir war von Anfang an instinktiv klar: Irgendwas stimmt da nicht.
Zu viele Anbieter. Zu viele Fantasienamen. Zu viele grüne Mäntelchen, Sonnenblumen, Blätter, Herzen. Und gleichzeitig zu wenig klare Antworten auf eine völlig banale Frage:
Wie zur Hölle soll es Wettbewerb geben, wenn das Netz immer dasselbe bleibt?
Aber wie das so ist: Man hofft halt. Die Hoffnung ist der letzte Trottel im System.
Sie stirbt nicht leise – sie stirbt spätestens nach der ersten echten Rechnung.
Grund?
Ich zahle als Ein-Mann-Haushalt mittlerweile ein kleines Vermögen an eine gierige, staatlich geförderte Abzockbude, die sich mit behördlichem Segen „Niederösterreichischer Energieversorger (EVN)“ nennt.
Ein Unternehmen, das seit der Nachkriegszeit von uns Steuerzahlern durchgefüttert wurde, sich jahrzehntelang als gemeinnütziger Versorger gerierte – und heute den Hals trotzdem nicht vollkriegt.
Natürlich macht man dabei brav bei der staatlich gewünschten Selbstkastration mit: keine billige, verlässliche Energie mehr, dafür moralisch einwandfreie Versorgung um ein Vielfaches des früheren Preises.
Im Gegenzug dürfen wir Bürger dann – offiziell abgesegnet, demokratisch legitimiert und medienbegleitet – massiv überhöhte Preise zahlen.
Nicht, weil es nicht anders ginge.
Sondern weil es politisch so gewollt ist.
Das nennt man dann „Markt“, „Verantwortung“ oder „Energiezukunft“.
Ich nenne es eine Subventionsruine mit Abzocklizenz.
Die EVN ist längst kein Energieversorger mehr, sondern ein staatlich geschützter Geldstaubsauger mit Netzanschluss.
Also mache ich, was man machen soll.
Ich gehe auf eines dieser Vergleichsportale, in meinem Fall Durchblicker.at.
Ich gebe brav alle Daten des letzten Jahres ein, meinen bisherigen Energie Anbieter, die EVN, meinen Verbrauch, meine Adresse, meine Seele.
Und siehe da: Ich spare angeblich.
Statt der von der EVN kolportierten knapp 900 Euro im Jahr plötzlich nur noch 600 Euro.
Final. Fertig. Ende.
So liest sich das. So muss sich das lesen, wenn man kein verdammter Energieanwalt ist und auch nicht vorhat, einer zu werden.
Zur Einordnung:
Ich bin ein Ein-Mann-Haushalt.
Kein Reihenhaus. Keine Kinderschar mit 200 Elektronikspielzeugen. Kein verdammter Swimmingpool. Kein 120-k-E-SUV am Dauerlader, der sich nachts an der Steckdose festbeißt.
Ein Mensch.
Ein Haushalt.
Punkt.
Und dafür sollen 900 Euroletten Stromkosten pro Jahr plötzlich normal sein? Bei einem realen Stromverbrauch von knapp 2.000 kWh?
Allein das ist bereits der Skandal.
Ein fetter.
Ein offensichtlicher.
Einer, den man heute einfach schluckt, weil man sich an systematische Abzockegewöhnt hat wie an schlechte Luft – oder an das angeblich komplett ungefährliche Abgas-Strahlgitter am Himmel an jedem der gefühlt 75 verbliebenen Sonnentage im Jahr.
Vor nicht allzu langer Zeit lagen solche Kosten bei 300 bis maximal 400 Euro.
Und das auch nur, wenn du nebenbei rund um die Uhr Bitcoins geschürft hast.
Ohne Energiespar-Yoga. Ohne Moralkeule. Ohne tägliche Umerziehungsbotschaften aus Politik und Medien.
Heute gilt das Doppelte bis Dreifache als neue Normalität und das Volk nickt brav.
Weil es jede Relation zur Vergangenheit verloren hat.
Und nein:
Das ist kein Zufall.
Corona war der perfekte Probelauf:
Über 99 Prozent Überlebenschance – und trotzdem sind sie alle rennen gegangen. Impfen, testen, gehorchen. Kein Vergleich. Keine Einordnung. Kein Gedächtnis.
Dasselbe Spiel jetzt beim Strom. Fast Niemand fragt mehr, was früher normal war. Fast Niemand vergleicht und fast Niemand verbindet politische Ideologie mit realen Kosten.
Dabei liegt alles offen auf dem Tisch:
teure politische Selbstverstümmelung, ideologische Energiepolitik, der Tausch von verlässlicher Versorgung gegen dreckiges, zehnmal teureres Frackinggas – verkauft als moralische Heldentat.
Und dann sagt man dir:
„Die Preise sind halt so.“
Nein.
Sie sind hausgemacht.
Politisch. Ideologisch. Absichtlich.
Dass ein Ein-Personen-Haushalt heute mit 900 Euro Stromkosten abgezockt wird und das kaum noch jemanden schockiert, ist kein Marktversagen.
Das ist kollektives mentales Versagen!
Dieses System funktioniert nicht, weil es gut ist.
Sondern weil ein unmündiges, alles relativierendes Publikum verlernt hat, sich zu erinnern und genau das macht es so bequem ausbeutbar.
Willkommen im Wechselzirkus
Der ganze Wechselschmäh zieht sich dann seit Ende letzten Jahres dahin.
Mehrere vollmundige Dankesschreiben vom neuen Anbieter – Grünwelt Energie, welch passender Name – flattern ins Haus. Man bedankt sich überschwänglich für meine großartige Entscheidung, beglückwünscht mich zu meinem Mut, meiner Klugheit, meiner offenbar überlegenen Marktkompetenz und dem gemeinsamen grünen Mäntelchen das wir uns jetzt gemeinsam zum schlanken Ökopreis anziehen.
Und ganz wichtig:
Im Schreiben wird der neue jährliche Gesamtpreis von ca. €600,- bestätigt.
Diese knapp 600 Euro. Schwarz auf Weiß. Ohne Sternchen. Ohne Beipackzettel.
An dieser Stelle denkst du dir natürlich:
Ha!
Jetzt hast du der EVN aber einen saftigen Tritt in die Eier verpasst.
Mit ihren eigenen Waffen geschlagen. Nicht mit Gewalt oder mit Jammern sondern mit Demokratie, freiem Markt und einem gepflegten Anbieterwechsel.
Wie ein Fußballer, der den überforderten Torwart schon torkelnd sieht und ihm den Ball nicht wuchtig, sondern mit einem lässigen Ferscherl ins Netz legt.
Das ist insofern wichtig, weil rund um mich alle über Nachzahlungen, Preiserhöhungen und „das kann man halt nicht ändern“ raunzen – und keiner auch nur ansatzweise den Arsch hochbekommt, fünf Minuten zu vergleichen.
Ich dachte ernsthaft:
Ich bin gerade der mächtige Darth Vader und Ich strecke gerade den Monopolisten EVN nieder, nicht mit dem Lichtschwert, sondern mit einem simplen Klick in einem Vergleichsportal.
Kein Todesstern, kein Imperium – nur ein simpler Anbieterwechsel.
Genau so fühlt sich mündiger Bürger an, dachte ich…
Der Brief, der alles erklärt
Und dann kommt vorgestern dieser Brief.
Von der EVN.
Also von meinem bisherigen Anbieter – parasitär, staatlich abgesegnet, demokratisch unangreifbar und spezialisiert auf freie Marktwirtschaft dort, wo sie niemanden betrifft.
So ein höfliches, geschniegelt-hämisches Schreiben, wie man es heute einem offiziell als demokratiedelegitimierenden Hochrisiko-Schwerverbrecher geführten Häftling aushändigt, der nach 15 Jahren Haft wegen Ehrenbeleidigung eines korrupten Richters glaubt, er dürfe nun in seinen ersten Freigang. Während der Wärter süffisant grinsend erklärt, dass allein der absurde Gedanke, hier kurz Freiheit zu riechen, selbstverständlich mit sechs weiteren Monaten Haft geahndet wird…
Sinngemäß steht da:
„Haha. Lieferant gewechselt? wie Süß.
Das Netz – und die unverschämten Netzkosten – gehören aber weiter noch uns. Alles ordnungsgemäß abgesegnet von jenen Politclowns, denen du alle vier Jahre brav dein Kreuzchen schenkst.
Zahlen Sie weiter.
Mit freundlichen Grüßen.“
Ende der Durchsage.
Und in diesem Moment klickt es.
Wenn die EVN-Parasiten weiter und zusätzlich ihr scheiß Netzentgelt kassieren, zahle ich doch am Ende wieder so viel wie vorher, oder sogar mehr?
Nein, nicht ganz aber, sie sorgen sehr effizient dafür, dass sich dein Wechsel nicht nach Freiheit, sondern nach marginaler Schadensbegrenzung anfühlt. Wie so ein kleiner Rabatt auf die bestehende Fußfessel.
Das ist kein Zufall.
Das ist gewollte Demotivation.
„Wechsel ruhig. Wir warten hier weiter auf dich.
Die Leitung gehört eh uns.“
Aber: Du wirst nicht betrogen. Du wirst nur geführt.
Wie ein Kind im Verkehrskindergarten, das stolz mit dem Dreirad im Kreis fährt und glaubt, es sei gerade live bei der Tour de France.
Dazu der Autokaufvergleich, den jeder versteht
Jetzt stellen wir uns das Ganze einmal so vor, dass es auch der letzte Mensch versteht:
Du kaufst ein neues Auto. Preis: 15.000 Euro. Super Angebot.
Vergleichsportal sagt: unschlagbar, sofort zuschlagen!
Nach der Unterschrift sagt der Verkäufer:
„Ach übrigens – Lenkrad, Reifen, Scheiben und Bremsen gehören nicht dazu.
Die kommen vom regionalen Monopolisten. Macht nochmal 15.000 Eier!…
Was schauen Sie so blöd? Haben Sie die AGBs im Angebot nicht gelesen?
Steht eh auf Seite 9, Absatz 4, Fußnote 3.
Selber schuld. Angebot gilt.“
Und alle rundherum nicken zustimmend.
Der Händler. Der Staat. Die Aufsicht. Die Vergleichsplattform.
Willkommen im kommunistischen Strommarkt Österreich 2026 – Planwirtschaft mit fucking online Marketingabteilung.
Vergleichsportale: formal korrekt, inhaltlich verlogen
Die Vergleichsportale lügen dabei nicht einmal.
Sie machen etwas viel Eleganteres: Sie lassen den wichtigsten Teil einfach weg.
Sie zeigen dir den Energiepreis und verkaufen ihn dir als Gesamtkosten.
Netzentgelt? Ach, unwichtiger Schnickschnack.
Messentgelt? Ja eh.
Fixkosten? Klar, aber überall gleich, also bitte nicht so kleinlich, Sie Querulant.
Das ist kein Service.
Das ist eine verdammte pädagogische Irreführung für Erwachsene, die man für maximal lernresistent hält.
Die Rabatt-Farce
Und wenn du das weiterdenkst und dich an die vollmundigen Auftritte der Politdarsteller der letzten Jahre erinnerst wird die Farce erst richtig rund:
Mit ernster Miene erklären sie dir, warum Strom leider, leider teuer sein muss.
Märkte. Verantwortung. Infrastruktur.
Blablabla.
Gleichzeitig tauchen zig Stromhändler auf – ohne Netz, ohne Kraftwerk, ohne Verantwortung – und schmeißen dir 69 Prozent Rabatt nach.
Da darf man schon fragen: Wovon leben die eigentlich?
Von Luft und Liebe?
Nein.
Das eigentliche Geschäftsmodell
Sie leben davon, dass sie nichts tragen müssen.
Kein Netz. Kein Risiko. Keine Langfristigkeit.
Lockangebot rein, Kunde her, Rabatt raus, weiterziehen.
Wenn’s eng wird, wird der Tarif angepasst – oder der Anbieter verschwindet wie ein Gebrauchtwagenhändler nach der Übergabe und einem feuchten Händedruck.
Der große Player bleibt.
Das Netz bleibt.
Die scheiß hohe Rechnung bleibt.
Warum niemand schreit
Und jetzt der wirklich schmutzige Teil:
Kein Politiker schreit. Kein Aufschrei wenigstens von der Opposition.
Warum?
Weil die Netze den Ländern gehören.
Weil Netzentgelte versteckte Steuern sind.
Weil man Wettbewerb vorspielen kann, ohne Macht abzugeben.
Weil man kassieren kann, ohne sich dafür rechtfertigen zu müssen.
Das ist keine Dummheit oder zufall, das ist pure Absicht.
Gleicher Wahnsinn, anderes System
Und wer glaubt, das sei ein Sonderfall, der soll einmal auf den Arbeitsmarkt schauen.
Dort dasselbe Spiel.
Der echte Arbeitgeber wird mit Auflagen, Haftungen und Moralkeulen so lange verprügelt, bis er verständlicherweise keinen Bock mehr hat, jemanden einzustellen.
Der Personalvermittler hingegen fährt dicke Autos, kassiert pro Kopf, pro Monat, pro Leid und trägt null Verantwortung.
Der Mensch wird zur durchgereichten Ware.
Beim Strom ist es die Kilowattstunde. Am Arbeitsmarkt der Körper mit Lebenslauf.
Immer gleiches Muster: Verantwortung unten. Gewinn oben.
Und dazwischen ein Staat, der sagt:
„Scheiß di net au, des is halt so.“
Kein Naturgesetz, sondern System
Nein. Das ist kein Naturgesetz. Das ist organisierter Zynismus mit Gesetzesstempel.
Ich war nicht naiv. Ich war nur hoffnungsvoll.
Und genau darauf ist dieses System optimiert.
Du darfst wechseln.
Du darfst vergleichen.
Du darfst hoffen.
Du darfst nur eines nicht:
Begreifen, dass das Spiel von Anfang an gegen dich läuft.
Und jetzt?
Und jetzt kommt der Teil, der unbequem wird nicht für sie, sondern für uns.
Allein kannst du nichts machen. Genau darauf bauen sie.
Aber kollektiv?
Da wird es plötzlich laut. Man kann Beschwerden schreiben. Man kann Anfragen stellen.
Man kann Behörden, Regulierer und Konzerne mit ihren eigenen Worten konfrontieren.
Sachlich. Juristisch sauber. So formuliert, dass es nach Anwalt riecht und nicht nach Wutbürger. KI kann genau dafür perfekt genutzt werden.
Nicht zum Spielen oder nur zum Posten. Sondern um Texte zu bauen, die sitzen.
Um Fragen zu stellen, die beantwortet werden müssen.
Um zu zeigen: Wir haben verstanden, wie euer verdammtes Spiel funktioniert.
Nicht nur raunzen.
sondern endlich Aufstehen.
Nicht nur jammern.
sondern Adressieren.
Nicht nur hoffen.
sondern endlich Handeln.
Denn eines ist sicher:
Wenn wir weiter stillhalten, zocken sie uns noch härter ab.
Und wenn dir das endlich klar wird, dann kommt sicher kein Entschuldigungsschreiben.
Dann kommt wieder ein so ein höflicher verfasster Brief der inhaltlich zu dir sagt:
“geh schei….
…Mit freundlichen Grüßen.
Nachwort:
Dieser Text zeigt anhand von Strommarkt und Arbeitsmarkt ziemlich deutlich, was hier läuft: Dieses System dient nicht den Menschen im Land. Es dient sich selbst.
Innerhalb eines politisch gesteckten Rahmens werden wir durch subtile Manipulation, gesetzlich abgesegnet und medial begleitet, systematisch verarscht und abgezockt.
Und wenn jemand diesen Wahnsinn offenlegt, dann heißt es sofort:
„Demokratiedelegitimierer.“ meist flankiert von Rääächzzz!
Ja – eure Demokratie vielleicht.
Diese menschenverachtende Verwaltungssimulation, in der organisierte Abzocke völlig legal ist. ist Nicht unsere Demokratie. In einer echten wäre so etwas nämlich gar nicht möglich.
Meine Texte auch wenn sie satirisch verpackt sind sollen nicht beruhigen, sondern aufwecken.
Weg von diesen Schieflagen, hin zu echter Mitbestimmung – am liebsten direkter Demokratie, ohne Parteienkartell und Politdarsteller.
Das funktioniert aber nur mit einem mündigen Volk, das Zusammenhänge erkennt und sich nicht mehr für dumm verkaufen lässt.
Wenn dir diese Analyse etwas gebracht hat, dann teil sie.
Nicht für mich – sondern damit sie möglichst viele erreicht.
Jenseits der Mainstreammedien, die von genau jenen Akteuren kontrolliert werden, über die hier geschrieben wird.
Wenn dir der Artikel gefallen hat, dir ein Schmunzeln, Kopfschütteln oder einen kleinen Nervenzusammenbruch beschert hat – genau so war’s geplant.
Falls du solchen Wahnsinn öfter möchtest, kannst du den Strafplaneten hier ganz offiziell unterstützen und nichts mehr verpassen:
Abo dalassen und mitfliegen.




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