Wer im Nebel wohnt, sieht Monster – und erfindet den Rest selbst.

Vom Glaubenskrieg zum menschlichen Mechanismus der Unterwerfung

LinkedIn: Der Glaube schlägt zuerst zu

Ich habe mir wieder mal in den A-Sozialen Medien ein Glaubensspektakel angesehen. Ein Muslim freut sich über einen muslimischen Bürgermeister in New York – normal, nachvollziehbar. 

Dann springen wie Pawlows Hunde die identitären Kampftruppen aus ihren Löchern: der FAZ-dressierte Wertewestler, der Zionistenreflex-Kommentator, der Umma-Verteidiger, der woke Menschenrechts-Apostel, der konservative „ich weiß alles“-Onkel. Und plötzlich geht’s nicht mehr um eine Wahl, sondern um den Nahostkonflikt, Weltuntergang, kulturellen Kollaps und persönliche Erlösung. 
Eine politische Szene, die nicht über Politik redet.

Jeder Stamm verteidigt nur sein eigenes Monster

Der eine blendet Gaza, Westbank, Siedlergewalt und Bombenteppiche aus, weil sein Identitätsgerüst sonst bricht. 
Der andere blendet Ehrenmorde, Clankriminalität, Islamisten, Theokratie, Verfolgung von Minderheiten aus, weil auch dort das Kartenhaus wackeln würde. 
Woker Schlachtchor ruft sofort „Rassismus!“, die Rechten schreien „Islamisierung!“, die Mitte jammert über Polarisierung, während sie selbst in jedem zweiten Satz polarisiert. Niemand hat auch nur im Ansatz Interesse an Realität. 
Alle wollen nur, dass ihr Stamm gut aussieht.

Der Nebel: Stephen Kings Anleitung für menschliches Versagen

In „Der Nebel“ gibt es zwei Arten von Monstern: die echten draußen und die viel schlimmeren drinnen. Eine religiöse Fanatikerin wird zu Beginn belächelt – bis Angst ins Spiel kommt. Dann kippt alles. Angst frisst Verstand. Verstand frisst Moral. Und ein Raum voller normaler Menschen verwandelt sich in einen Lynchmob, der bereit ist, jeden zu opfern, der die falsche Rolle spielt. 
Kings Botschaft ist brutal simpel: 
In Krisen zeigen Menschen nicht ihren Charakter, sondern ihren Stammesinstinkt.

Identität ersetzt Denken

Und genau das erlebst du heute in jeder Debatte, egal ob Israel, Islam, Migration, USA, Russland, Klima oder Corona. Die Leute holen sich keine Informationen, sie holen sich Munition. 

Der Zionist verteidigt jede Bombe. 
Der Islamist verteidigt jeden Mord. 
Der Woke verteidigt jede Absurdität. 
Der Linke verteidigt jeden Angstporno. 
Der Rechte verteidigt jeden kapitalistischen Falltrick
Die Mitte verteidigt jede Lüge der Medien. 

Jeder kämpft gegen Monster, die er selbst gebaut hat. Kritikfähig ist fast niemand.

Religionen, Ideologien und Narrative sind nur Messer

Ein Messer kann schneiden, oder töten. Die Bibel, der Koran, die Thora, woke Dogmatik, Zionismus, Islamismus – alles Werkzeuge. Nicht die Schrift ist gefährlich, sondern der Mensch, der sie in der Hand hält und damit seine Identität absichert. Wenn der Nebel kommt – Unsicherheit, Angst, verletzte Identität – wird jedes Werkzeug sofort zur Waffe. 
Nicht weil es so geschrieben steht, sondern weil Menschen so programmiert sind.

Der Nebel lüftet nie – weil die Leute ihn lieben

Das Tragische ist: Die meisten suchen nicht Klarheit, sie suchen Bestätigung. Wahrheit bedroht Identität, also wird sie reflexartig abgelehnt. Deshalb funktioniert Propaganda, Religion, Ideologie, Mediennarrativ, Gruppendenken – es füllt das Loch, das Selbsterkenntnis hinterlassen würde. 

Kings Nebel ist keine Metapher für Monster. 

Er ist eine Metapher für das menschliche Bedürfnis, blind zu bleiben, solange jemand verspricht, die Angst zu erklären.

Fazit: Die Monster sind nicht draußen – sie kommentieren unter deinem Post

Jede Seite hält sich für die Guten, jede Seite hält die andere für Barbaren, und niemand bemerkt, dass sie alle im selben Supermarkt stehen, die gleiche Angst spüren, dieselben Reflexe haben und denselben Unsinn nachbeten. 

Kings Satz trifft noch immer: 

Wenn der Nebel kommt, verlieren Menschen zuerst den Verstand – und dann ihre Menschlichkeit. Die Soziale Medien liefert täglich die Beweisführung gratis.


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Tom Weber

Tom Weber – Beruf: Störenfried. Diagnose: chronisch allergisch gegen Heuchelei, Doppelmoral und staatlich geprüften Schwachsinn. Schreibt auf dem Strafplaneten über alles, was im offiziellen Irrenhaus als „normal“ gilt – und daher dringend untersucht werden muss

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