Frieden erst nach Kapitulation

Am 24. Februar verabschiedete das EU-Parlament eine Resolution zum Ukrainekrieg.

Der Kern der Botschaft ist erstaunlich simpel:

Frieden gibt es erst, wenn Russland verliert.

Oder etwas diplomatischer formuliert:

wenn Russland kapituliert und die Bedingungen der EU akzeptiert.

Das ist eine interessante Definition von Friedenspolitik.

Normalerweise beendet man Kriege durch Verhandlungen.

Kompromisse.

Zugeständnisse.

In Europa hat man offenbar ein neues Konzept entwickelt:

Frieden durch Sieg wie wir es sagen!

Das Problem ist nur – diese Strategie hat eine kleine historische Schwäche.

Sie funktioniert nur, wenn man tatsächlich gewinnen kann.

Wenn zwei atomar bewaffnete Mächte in einem Stellvertreterkrieg stecken, sieht die Sache etwas komplizierter aus.

Deshalb wird die Diskussion auch gar nicht geführt.

Stattdessen passiert etwas anderes.

Diplomaten, Militärs oder Experten, die Verhandlungen fordern, verschwinden aus dem Diskurs.

Der ehemalige NATO-Militärausschussvorsitzende Harald Kujat warnt vor einer Eskalation. Der frühere UN-Friedenssicherungschef Jacques Baud kritisiert die Kriegsstrategie.

Ein EU-Parlamentarier fordert öffentlich Mut zum Frieden.

Interessante Stimmen.

Seltsam nur, dass sie im medialen Dauerfeuer kaum vorkommen.

Noch seltsamer ist der Umgang mit Baud:

Konten eingefroren.

Reiseverbot.

Man könnte fast glauben, Frieden sei inzwischen eine sanktionierbare Meinung.

Parallel dazu laufen bereits die Planungen für den Wiederaufbau der Ukraine.

Westliche Großinvestoren stehen bereit.

Westliche Fonds werden strukturiert.

Westliche Privatisierungen vorbereitet.

Krieg zerstört. Wiederaufbau investiert.

Und irgendwo zwischen diesen beiden Phasen entsteht wie durch Zufall eines der größten Geschäftsmodelle des aktuellen Jahrhunderts.

Natürlich alles nur im Namen von Demokratie, Freiheit und europäischen Werten.

Der Kapitalmarkt liebt solche moralischen Projekte.


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Tom Weber

Tom Weber – Beruf: Störenfried. Diagnose: chronisch allergisch gegen Heuchelei, Doppelmoral und staatlich geprüften Schwachsinn. Schreibt auf dem Strafplaneten über alles, was im offiziellen Irrenhaus als „normal“ gilt – und daher dringend untersucht werden muss

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