Feldbericht aus dem Olympischen Dorf.

Da holen erwachsene Hochleistungssportler bei Olympia eine Medaille, einen dieser seltenen Momente, für die man jahrelang friert, leidet, Körper und Privatleben ruiniert – und dann stehen sie da wie eine Mischung aus Zahnarztwartezimmer und Biohazard-Übung, geschniegelt, geschniegelt, mit Goldkrönchen auf dem Kopf und FFP2 im Gesicht, als hätten sie gerade nicht Bronze gewonnen, sondern einen Hygienepreis der WHO.

Und nein, bevor wieder einer mit erhobenem Zeigefinger sabbert:

Das ist keine Vorschrift.

Kein Zwang.

Kein Virus, das durchs Dorf geht.

Das ist freiwillig, aus eigener Überzeugung, selber eingelernt…

Das ist das wirklich Beängstigende.

Corona ist vorbei, aber die Leute tragen die Maßnahmen inzwischen im Kopf, wie andere früher ihren Rosenkranz oder ihr Parteibuch. Man merkt richtig: Ohne Maske fühlt sich der Jubel für sie nackt an, unanständig, irgendwie verboten. Freude ja – aber bitte nicht zu körperlich, nicht zu nah, nicht zu menschlich. Man will ja kein Risiko eingehen. Weder biologisch noch emotional.

Das Ganze nennt sich dann Professionalität.

Ich nenne es: Dressierte Affen mit Medaille.

Ein Athlet darf seine eigene Freundin nicht ins Quartier lassen. Trösten nur draußen. Im Kalten. Wie bei einem Häftling mit Besuchsregelung. Und niemand findet das absurd. Im Gegenteil: Es wird erklärt, verteidigt, rationalisiert. Man redet von Fokus, von Leistung, von Infekten. Als wäre Nähe ein Betriebsunfall und Umarmung ein Sabotageakt.

Früher war Sport der Ort, wo der Mensch kurz aus der Kontrolle kippen durfte. Wo man sich angeschrien, umarmt, zu Boden geworfen hat. Heute ist Sport ein sauber geführtes Projekt, bei dem selbst der Triumph unter Vorbehalt steht. Jubeln ja, aber bitte norm und genderkonform. Emotion ja, aber bitte mit Maske. Mensch sein ja, aber nur, wenn es niemanden beunruhigt, bitte…

Das wirklich Tragische ist nicht das Stück Stoff im Gesicht.

Das Tragische ist, dass man sieht, wie gut die kollektive Abrichtung funktioniert hat.

Niemand musste mehr etwas befehlen.

Niemand musste mehr drohen.

Die Leute machen es einfach von selbst.

Aus Angst, etwas falsch zu machen, aus der Rolle zu fallen.

Aus Angst, wieder jemand zu sein, der „nicht verstanden hat“ und dafür mit allerlei Diffamierungen zu kämpfen hat. Angst, Angst, Angst…

Das ist kein Hygienekonzept.

Das ist eine scheiß, eingelernte Haltung.

Und diese Haltung heißt: Risiko vermeiden, Nähe misstrauen, Leben maximale kontrollieren, auf Distanz versteht sich!

Man könnte darüber lachen, wenn es nicht so konsequent wäre. Denn das ist kein Ausrutscher, kein Einzelfall, kein deutsches Kuriosum. Das ist der neue Normalzustand einer Gesellschaft, die glaubt, sie sei besonders vernünftig, während sie gerade verlernt, was Freude eigentlich ist.

Der Strafplanet feiert Olympia.

Kontaktlos.

Mit Maske.

Und mit der festen Überzeugung, alles immer und überall richtig zu machen.

Satire?

Nein. Leider nur Beobachtung mehr…


Wenn dir der Artikel gefallen hat, dir ein Schmunzeln, Kopfschütteln oder einen kleinen Nervenzusammenbruch beschert hat – genau so war’s geplant.

Falls du solchen Wahnsinn öfter möchtest, kannst du den Strafplaneten hier ganz offiziell unterstützen und nichts mehr verpassen:

👉 Abo dalassen und mitfliegen.

Zeig anderen auch diesen Irrsinn!

Tom Weber

Tom Weber – Beruf: Störenfried. Diagnose: chronisch allergisch gegen Heuchelei, Doppelmoral und staatlich geprüften Schwachsinn. Schreibt auf dem Strafplaneten über alles, was im offiziellen Irrenhaus als „normal“ gilt – und daher dringend untersucht werden muss

Post navigation

Leave a Comment

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert