Kriegs­tüchtig — Die große Gehirnübung einer kaputten Republik

„Wie man aus Croissants Helme faltet und dabei Demokratie entsorgt.“

Wenn du statt der morgendlichen TV-Propaganda und den wohlriechenden Frühstücksblättern mal in die Ecken schaust, in denen noch Journalismus und Ärger wohnen, passiert Folgendes: Dein Croissant fällt dir wie eine Panzerfaust aus der Hand, der Kaffee schmeckt nach Diesel und dein Magen meldet sich freiwillig zur Bundeswehr. Nicht, weil die Berichte übertreiben — sondern weil sie berichten. Willkommen im Tagesprogramm einer Republik, die glaubt, man könne Krieg mit Duftkerzen verkaufen.

Menüfolge: Sprachverklebung als Vorspeise, Sakral-Marketing zum Hauptgang, Elite-Soirée als Zwischengang — und zur Nachspeise: Propaganda mit Schlagsahne.

Guten Appetit.


1. Sprachmord im Auftrag der Vernunft — Das Wörterbuch der Kriegstüchtigkeit

Kontext: Die NachDenkSeiten haben es seziert: Wörter wie „Resilienz“ oder „integrierte Sicherheit“ werden wie bunte Pflaster auf Kriegswunden geklebt. Im Fernsehen klingt das nach Bürgernähe, in Wahrheit ist es ein Tarnnetz für Aufrüstung.

Sprache hat Macht. Deshalb wird Aufrüstung eingewickelt wie ein Billigschinken im Bio-Papier:

  • „Grünbuch“ statt Mobilmachungsplan.
  • „Integrierte Sicherheit“ statt Kriegswirtschaft.
  • „Resilienz“ statt ziviler Schutz.

Klingt nach Achtsamkeits-Workshop, ist aber der Soundtrack zum Rüstungsrausch. Wörter sind hier wie Schmirgelpapier: erst nehmen sie das Gefühl, dann die Nerven, am Ende bleibt nur noch stumpfe Bereitschaft.


2. Weihrauch & Wehrpflicht — Die Kirche als moralische Scharniermutter

Kontext: Bei Apolut kommentierte Bodo Schickentanz süffisant: Früher predigte die Kirche Abrüstung, heute liest sie aus dem Verteidigungsprospekt. In der Tagesschau hört man davon nichts – dort klingt es nach „gesellschaftlichem Konsens“.

Früher hieß es auf der Kanzel: „Die Waffen nieder!“
Heute eher: „Kollekte für die Panzersegnung bitte links vom Altar.“

Die Kirche, einst moralischer Stachel im Fleisch der Politik, ist heute die Duftkerze im Rüstungsprospekt.

Wenn Gott plötzlich auch General spielt, dann wird der Leopard 2 zum motorisierten Weihrauchfass.


3. Dinner für die Demokratie — Candle-Light-Dinners mit der Gewaltenteilung

Kontext: Die NachDenkSeiten berichteten: Kanzleramt und Verfassungsrichter beim Abendessen – offiziell ein Zeichen der „gegenseitigen Wertschätzung“. Dass das zeitgleich mit heiklen Verfahren zu Wahlprüfungen passiert, ging im Mainstream fast unter. Abendessen im Kanzleramt: „Zeichen gegenseitiger Wertschätzung“. Klar.

Wenn Exekutive und Judikative zum Candle-Light-Dinner antanzen, fehlt nur noch die Karaoke-Maschine.

So sieht Gewaltenteilung heute aus: Exekutive als Gastgeber, Judikative als Dessert und die Legislative draußen im Regen wie ein Praktikant ohne Einladung.


4. Die neue Informations-Inquisition — Geld verleiht Narrativen Flügel

Kontext: Wie Tilo Gräser analysierte: Unter dem Deckmantel der „Desinformationsbekämpfung“ fließen Millionen in neue Behörden und Netzwerke. Belege? Dünn. Aber im Regierungsfernsehen reicht schon ein Meme auf Telegram, um eine Förderlinie zu eröffnen.

„Desinformation bekämpfen“, sagt der Staat, und verteilt Millionen.

Übersetzt: Wir schnallen dir den Maulkorb schon um, bevor du überhaupt gebellt hast.

Die neue Inquisition kommt nicht mit Scheiterhaufen, sondern mit Förderbescheid. Kein Verbot, keine Polizei — nur so viel administrative Langeweile, bis jede Kritik wie eine alte Kaffeetasse im Amtsschrank verstaubt.


5. Die Dienste in der Rolle des Hofberichterstatters

Kontext: Schon Rainer Rupp schrieb: Die Dienste füttern inzwischen Medien mit „proaktiver Kommunikation“. Früher waren Geheimdienste Schattenwesen, heute sind sie Pressestellen – und Journalisten ihre Tippgemeinschaft.

Geheimdienste waren mal Schattenwesen. Heute sind sie Pressesprecher mit Nebelmaschine. Recherche ersetzt durch Copy & Paste.

Die Regel ist einfach: Wer oft genug wiederholt, hat Recht. Belege? Egal. Wiederholung ersetzt Wahrheit.


6. Das Geschäft mit der Angst — Krieg als Abo-Modell

Kontext: Heinz-J. Bontrup brachte es auf den Punkt: Bildung, Gesundheit, Infrastruktur werden kaputtgespart – aber für Rüstung ist immer Geld da. Angst funktioniert als Wirtschaftsmotor, ein Markt mit garantierter Nachfrage.

Kriegs­tüchtigkeit ist kein Ideal. Es ist ein Geschäftsmodell mit Laufzeitvertrag.

Willkommen bei der Netflixisierung der Rüstung: einmal Angst abonniert, läuft der Vertrag automatisch weiter. Kündigung ausgeschlossen.

Der Bürger ist der einzige Kunde, der doppelt zahlt: einmal über Steuern, und im Ernstfall noch mit seinem Leben.


Schluss: Der Bürger als Lieferant

Dieses System braucht keinen Souverän. Es braucht Lieferanten: Steuerzahler, Datenlieferanten, Sicherheitskonsumenten — und im schlimmsten Fall Kanonenfutter.

Wer nicht mitmacht, wird formal geduldet, praktisch aber wie ein Störenfried markiert.

Unsere Aufgabe ist nicht, brav die Hände zu falten und auf Wunder zu hoffen, sondern die Mechanik sichtbar zu machen:

  • Wie Sprache umgetauft wird.
  • Wie Institutionen zu Komplizen werden.
  • Wie Geldflüsse Narrative schaffen.
  • Wie Angst zum Abomodell wird.

Kriegstüchtigkeit ist kein Naturgesetz, sondern ein Projekt.

Und Projekte kann man kippen — wie einen wackligen IKEA-Schrank. Nur dass hier nicht nur die Schrauben fehlen, sondern gleich die Bauanleitung.

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Tom Weber

Tom Weber – Beruf: Störenfried. Diagnose: chronisch allergisch gegen Heuchelei, Doppelmoral und staatlich geprüften Schwachsinn. Schreibt auf dem Strafplaneten über alles, was im offiziellen Irrenhaus als „normal“ gilt – und daher dringend untersucht werden muss

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