Die neue Hall of Fame der Lächerlichkeit auf Linkedin
Manchmal liefert die Realität bessere Satire als jede Feder. Man muss nur zusehen, wie die E-Auto-Bubble sich selbst feiert.
Beispiel: Christian Clerici, früher V8-Buddy mit Muscle Cars, heute “E_auto” und “Wandel” Prediger im weißen Ladehemd, berichtet stolz von seiner Teilnahme an einem „Rennen“ am Hockenheimring. Ja, genau dem Hockenheimring, wo früher Motoren kreischten und Männerträume nach verbranntem Gummi rochen. Heute riecht es dort nach kaltem Kabelsalat und Pizza auf der Rückbank.
Die Disziplin? Reichweiten-Bingo.
Statt „wer ist am schnellsten“ gilt: „wer schleicht am längsten“. Geduld statt Speed, Eco-Modus statt Vollgas. Motorsport als Gruppentherapie.
Und die Bubble auf Linkedin klatscht begeistert mit:
– Drei Erwachsene auf der Rückbank kichern über ihre Pizzabäuche.
– Kommentatoren schwärmen von „raubkatzenartigem Vorbeischleichen“.
– Lade-Strategien werden diskutiert, als ginge es um die Apollo-11-Mission.
– Am Ende ein Ergebnis, das „nicht unbedingt unsere Ambitionen widerspiegelt, aber immerhin im Herzen, in der Seele und im Familienalbum“.
Man stelle sich vor: Da schleichen erwachsene Menschen mit 90 km/h im Kreis und verkaufen es als Zukunft des Rennsports. Das ist nicht „Hockenheim, mon amour“ – das ist der Ikea-Parkplatz an einem Samstag.
Und Clerici? Der schreibt mit Pathos, als hätte er gerade Le Mans gewonnen:
„Grenzen verschieben“, „Hall of Fame“, „Transformation“.
In Wirklichkeit: Vom Muscle-Car-Junkie zum Messdiener der Ladebalken. Vom „King of Cars“ zum Reichweiten-Yogi.
Wenn die DTM wirklich mal elektrisch fährt, dann nicht mit Vollgas und Herzrasen, sondern mit Wärmflasche auf dem Schoß und dem Mantra: „Bitte Akku halten bis Runde 12.“
Das Einzige, was hier wirklich in die Hall of Fame gehört, ist die Chuzpe, so einen Schleicher-Korso als „Rennen“ zu verkaufen.
Ein Hoch auf die erste Generation von Motorsport-Mönchen. Sie tuckern, sie meditieren, sie applaudieren sich selbst – bis der Akku alle ist.




Leave a Comment