Eine konstruktive Kritik an einen eigentlich symparischen Lebensmittelhandel
Ich gehe gern zu SPAR einkaufen. Nicht, weil ich keine Alternativen hätte – sondern weil dort noch ein paar Dinge stimmen, die im Handel längst nicht mehr selbstverständlich sind.
1. SPAR ist (noch) österreichisch.
Ein Punkt, der mir persönlich wichtig ist. Kein globaler Konzern mit anonymen Strukturen, sondern ein Unternehmen mit Wurzeln im Land. Das spürt man – in der Sortimentsauswahl, im Regionalbezug, und vor allem: in der Art, wie Mitarbeiter mit Kunden umgehen. Ich hab in ganz Österreich noch keinen einzigen SPAR erlebt, wo das Personal unfreundlich war.
Ganz im Gegenteil: durch die Bank hilfsbereit, höflich, präsent.
2. Die Bio-Linien sind wirklich gut.
Die SPAR Naturpur*-Serie gehört für mich zu den besten im Supermarktbereich.
Kaum unnötiger Zusatzkram, keine Aromatricksereien – vieles davon schmeckt einfach ehrlich. Die Bio-Wiesenmilch, der Skyr-Drink, einige Aufstriche oder Joghurts: alles solide, transparent, fast schon oldschool gut.
Natürlich nicht zum Diskonterpreis – aber:
Bei den -25 %-Aktionen lohnt es sich richtig. Wer vorausplant und gleich 3–4 Stück nimmt, spart ordentlich.
3. Was stört? Die psychologische Rabattkeule.
Immer mehr Angebote gelten nur noch, wenn du 3 Stück nimmst.
Früher waren’s 2, heute brauchst du bald ’ne Vorratskammer. Und genau da beginnt das Spiel: Du denkst, es ist ein Angebot – aber an der Kassa kommt die Ernüchterung:
„Ach so, nur beim Kauf von drei…? Na gut, dann bitte zurückrechnen.“
Das wirkt manipulativ. Nicht weil’s illegal ist – sondern weil’s absichtlich unklar bleibt. Vertrauen sieht anders aus.
4. Kühlregal-Deals: Gut, aber mit Trickpotenzial.
Die -50 %-Kiste im Kühlregal ist großartig. Da lassen sich echte Schnäppchen machen – v. a. bei Produkten, die am Tag darauf ablaufen.
Aber: Bei manchen Artikeln wie Bio-Huhn wird manchmal statt dem Einzelpreis der Kilopreis als Basis genommen – und dann50 % abgezogen.
Wenn man da nicht aufpasst, zahlt man für fast abgelaufene Ware am Ende mehr als für frische. Und das ist schlicht: Täuschung durch Etikettierung. Das war hoffentlich nur eine einmaliges Missverständnis und nicht Programm.
5. Das Filialnetz ist stark.
SPAR ist nicht überall gleich – aber fast überall präsent. Ob auf dem Land oder in der Stadt: Man hat einen erreichbaren Markt, saubere Gänge, faire Öffnungszeiten und mittlerweile gute technische Umsetzung beim Zahlen & Rabattieren.
Die SPAR-App funktioniert zuverlässig – scannen, fertig.
Fazit:
Ich mecker nicht, weil ich’s boykottieren will.
Sondern weil ich gern dort einkaufe – und möchte, dass das auch so bleibt.
Wertschätzung braucht Wachsamkeit.
Und wer seine Kunden nicht für dumm verkauft, wird auch langfristig getragen.




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