Note zum Tag live vom Strafplanet zu meinem Auto

Meine Karre – ein Skoda Fabia, also ein Kleinwagen, kein Raumgleiter, kein Mondfahrzeug – zeigt mir freundlich, aber bestimmt: Inspektion in 25 Tagen.

Also denke ich mir: Na gut, Thomas, gehst halt einmal zum hiesigen Škoda-Händler, ganz leise, ganz brav, nur so zum Nachfragen.

Was wird das ungefähr kosten, was wird gemacht, worauf muss man sich einstellen?

Ich fahre also zum offiziellen Škoda-Parasiten in St. Pölten.

„Angebot“ wollte ich eigentlich.

Bekommen habe ich ein Erpressungsschreiben in ausgedruckter Form.

Titel: PROFORMA-RECHNUNG.

Gesamtbetrag: rund 658 Euro.

Wir reden hier nicht von „Auto wartet auf Herztransplantation“,

sondern von einem Skoda Fabia, Kleinwagen, Baujahr 2022, 42.000 km.

Also genau das Auto, das einmal als fahrbarer Spargedanke verkauft wurde.

Und jetzt zur nackten Absurdität, Punkt für Punkt.

Auf dem Deckblatt steht brav „PROFORMA-RECHNUNG“.

Übersetzung: „Wir hätten gern vorab Ihr Einverständnis, dass wir Sie ausnehmen dürfen.“

Zwischensumme netto: 548,49 €

MwSt: 109,70 €

Gesamt: rund 658 Euro

Für was?

Nicht für:

– Motorrevision

– Zahnriemen

– Turbolader

– neue Lackierung

– Anhängevorrichtung

– Einbau eines Schiebedaches 

– irgendwas Dramatisches

Sondern für das, was früher unter „Inspektion“ lief und heute unter Premium-Beutelschneiderei.

Jetzt die eigentlichen Highlights aus dem Skodaschen Erpressungskatalog:

1. „Inspektion Mob-Garantie“ – 159 €

Das ist im Kern:

– einmal ums Auto gehen

– Häkchen setzen

– Computer anstecken

– Nicken

Früher hieß das „Durchsicht“. Heute ist es ein scheiß Abo-Ritual, damit die Garantie nicht beleidigt ist.

2. Innenraumfilter / Pollenfilter – 57,62 € + Arbeit

Ein Teil, das im Internet 10–25 € kostet

und in 3 Minuten gewechselt ist.

Aber beim Vertragshändler wird daraus ein sakrales Ersatzteil.

3. Bremsflüssigkeit ersetzen – 85 € + Material

Standard, okay. Kann aber auch gleich 200 oder mehr kosten, wenn irgendwas mit der Bremse nicht stimmt oder sie dir ein Achter’l Bremsflüssigkeit für 150 euro verkaufen.

Aber auch hier: kein Hexenwerk, kein Goldstaub, kein NASA-Protokoll.

4. 3 Zündkerzen ersetzen – über 90 €

Bei 42.000 km.

Nicht kaputt, nicht auffällig, nicht notwendig – aber „steht im Plan“.

Wartungsplan ist heute kein technisches Dokument mehr,

sondern ein monetärer Wunschzettel.

5. Kleinscheiß & Entsorgungskosten

Der moderne Klassiker.

Du zahlst dafür, dass sie ihren eigenen Müll entsorgen, nachdem sie ihn dir vorher verkauft haben.

Und dann der entscheidende Punkt, den man klar aussprechen muss:

👉 Das ist keine technische Notwendigkeit.

👉 Das ist ein lukratives Geschäftsmodell.

Der Skoda Fabia ist heute kein günstiges Auto mehr, sondern ein fahrbarer Vorwand, um regelmäßig Rechnungen zu schreiben.

Der Vertragshändler lebt nicht vom Autoverkauf.

Der lebt von Inspektionen, Serviceplänen und der Angst, dass irgendwo ein Garantie-Gott beleidigt sein könnte.

Und dann kam der eigentliche Höhepunkt.

Der Werkstattmeister – geschniegelt und auffällig höflich – begleitet mich mit zum Auto.

Fast ehrfürchtig zeigt er mir das Display.

Da steht sie. Die Aufforderung. Die Inspektion.

Als wäre es ein göttliches Gebot.

Ich frage ihn ruhig:

Warum das alles so viel kostet.

Was man davon nicht machen muss.

Was man streichen könnte.

Antwort, originalgetreu:

„Na das müssen Sie entscheiden. Aber der Wagen ist noch in der Garantie. Und wenn Sie das nicht alles machen, dann… naja… wir machen die Regeln nicht.“

Übersetzung:

Wir drohen nicht.

Wir erklären nur die Konsequenzen.

Und kassieren.

Das ist keine Wartung.

Das ist Angstverwaltung mit Skoda Rechnungskopf.

Ein Kleinwagen, der früher für Vernunft stand, ist heute Teil eines Systems, das so tut, als wäre jede Kontrolle ein Hochrisiko-Eingriff.

Und das alles nennt man dann Service- Angebot.

Das ist kein Angebot, das ist ein ritueller Opferzettel mit Škoda-Logo.


Wenn dir der Artikel gefallen hat, dir ein Schmunzeln, Kopfschütteln oder einen kleinen Nervenzusammenbruch beschert hat – genau so war’s geplant.

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Tom Weber

Tom Weber – Beruf: Störenfried. Diagnose: chronisch allergisch gegen Heuchelei, Doppelmoral und staatlich geprüften Schwachsinn. Schreibt auf dem Strafplaneten über alles, was im offiziellen Irrenhaus als „normal“ gilt – und daher dringend untersucht werden muss

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