Warum Staubsaugen heute mehr Fitnessprogramm als Haushalt ist.
Früher war Saugen eine ehrliche Sache. Man schloss seinen 2500Watt Miele an und in zehn Minuten war der Boden sauber. Heute bekommt man stattdessen ein Stück Hipster-Design, das fast aussieht wie der Star-Wars-Droide BB-8 – nur ohne dessen Witz und Esprit: den Dyson Bodenstaubsauger »Dyson Big Ball™ (Nickel/Violett)« – 600 Watt, beutellos.
Unverbindliche Preisempfehlung: 399 Euro. Ein stolzer Preis für einen kastrierten Fön, der Staub nur höflich verschiebt.
Willkommen im Strafplaneten-Shop.
In Star Wars rollte der BB-8 flink über jedes Hindernis, kugelte treu zu seinem Herren zurück und hatte dabei sogar Charme. Der Dyson dagegen? Schafft es nicht einmal, über sein eigenes Kabel zu stolpern, weil das Fahrwerk, das gar keines ist, so beschissen konstruiert wurde, dass er dauernd umfällt – und du ihn wie ein besoffenes Haustier wieder aufrichten musst.
Dazu simuliert er ganze fünf Watt Saugleistung und verschiebt den Staub so, als würde er höflich um Durchgang bitten: „Gnädige Frau, Gnä Herr, dürfte der Dreck vielleicht einen Meter weiter links Platz nehmen?“
Willkommen im Jahr 2025, wo Haushaltsgeräte nicht mehr für Menschen gebaut werden, sondern für Energie-Label, EU-Verordnungen und moralische Selbstinszenierung.
Und dann das große Highlight: beutellos. Während du beim Miele einen perfekt dichten Saugbeutel einfach rausziehst, wegwirfst und gut ist, musst du beim Dyson ein artistisches Ritual vollführen. Erst Fingerakrobatik, um den Mittelteil rauszulocken. Wenn du Pech hast, rieselt dir der ganze Dreck gleich wieder auf den frisch gesaugten Boden. Wenn du geschickt bist, schaffst du es immerhin in den Müllraum – vom 6. Stock deiner Hipsterwohnung im modernen Plattenbaustil, die sie jetzt überall hochziehen. Dort darfst du dann den Deckel mit mechanischem Wrestling öffnen, woraufhin sich der Staub nicht etwa brav im Müll verteilt, sondern wie eine Asbestbombe direkt in dein Gesicht explodiert.
Deshalb heißt Dyson saugen: Apnoe-Training.
Du hältst den Atem an, rennst wie ein Free-Diver durch den Hausflur, während dir noch die Mischung aus Hammelbraten, kaltem Schweiß und Chanel No. 5 von den Nachbarn entgegenwabert – und erst, wenn du wieder in deiner Wohnung bist, darfst du wieder atmen.
Willkommen im Fitnessstudio der modernen Nachhaltigkeit – sponsored by EU-Richtlinie.
Und das Beste: Mit einem Dyson Big Ball™ (Nickel/Violett) – 600 Watt, beutellos, bekommst du zwar nie deine Bude sauber, aber nach einem Jahr Gangtraining qualifizierst du dich garantiert für die internationalen Apnoe-Meisterschaften auf den Fidschi-Inseln. Finalplatz inklusive.
Die große Gleichung des Wahnsinns
Man erinnert sich noch, wie die Bevölkerung jahrelang von denselben Politikern und Experten über die „Gefahr“ von 60-Watt-Glühbirnen belehrt wurde. Stromfresser! Umweltkiller! Sofort verbieten!
Das Ergebnis: lichtschwache Funzeln, die flimmern, summen und nach einem Jahr den Geist aufgeben. Dabei konnte eine gute alte Glühbirne quasi ewig halten – für die Industrie schlimmer als die Pest, denn an etwas, das nicht kaputtgeht, verdient man nichts. Also schob man den Leuten erst die giftige Quecksilber-Sparlampe unter, bis die ersten Unfälle Schlagzeilen machten. Dann kam die LED-Welle: billig in der Herstellung, aber als „Designerobjekte“ so teuer, dass mancher Hipster für eine Stehlampe heute mehr zahlt als früher bei Ikea für eine ganze Küchenblock samt Elektrogeräten. Der Gamechanger also, aber nicht für dich, sondern ausschließlich für die Industrie…
Und das Licht? Kalt, flach, ungemütlich – aber perfekt als Selbstinszenierungsmodell für die wohlstandsverwahrloste GenZ, die ihre Wohnungen wie Ausstellungsräume schmückt, glaubt im „Nachhaltigkeits-Paradies“ zu leben – und sich dafür irgendwann noch einen Preis für gelebte Nachhaltigkeit abholt.
Gleichzeitig wird uns heute die Elektrokarre als Heilsbringer verkauft. Ein Gerät, das kilowattweise Energie frisst – nicht zehn Minuten die Woche wie ein Staubsauger, sondern praktisch rund um die Uhr am Netz hängt.
Man stelle sich das bildlich vor: Heute hängt ein riesiger E-SUV in der Größe eines Jagt-Panzers am Kabel und nuckelt wie ein Baby an der Mutterbrust nur halt Strom statt Milch. Der Unterschied: Bei der Mama hängt am Ende höchstens die Brust, die E-Karre dagegen zieht die ganze mühsam aufgebaute und durch die Grün*innen wieder zerstörte Infrastruktur in den Keller.
Genau in dieser Zeit wird die Energieversorgung durch dieselbe Ideologie systematisch zusammengestutzt: Kraftwerke abgeschaltet, Netze instabil, Preise explodieren. Das ist, als würde man eine Polonaise durchs brennende Haus starten und sich gegenseitig dafür feiern, wie „nachhaltig“ man den Rauch inhaliert.
Slapstick des Alltags
Am Ende stellst du fest: verkauft wurde dir ein „Staubsauger“, geliefert hat man dir in Wahrheit einen kastrierten Fön mit gefühlten fünf Watt, der nicht saugt, sondern dir beim Entladen im Müllraum den Dreck wieder ins Gesicht bläst. Dumm nur, wenn man vorher die Betriebsanleitung nicht gelesen hat – und dann merkt, dass man statt Fortschritt ein Spielzeug für die Hipster-Vitrine gekauft hat.
Der Dyson ist die perfekte Allegorie auf unsere Zeit: viel Show, null Substanz, maximale Verblödung.
Fazit: Willkommen im Strafplaneten-Slapstick
Es ist sowieso alles schon verloren oder? Während du früher mit einem ehrlichen Miele in zehn Minuten die Wohnung sauber hattest, kämpfst du heute mit einer Designer-Fön Kugel auf Rädern, der Staub höflich verschiebt und dabei mehr Umstände macht als ein pubertierender Teenager, der das erste Mal den Geschirrspüler einräumen soll.
Und während die EU dich zwingt, diesen Müll als „Fortschritt“ zu akzeptieren, hängen gleichzeitig Tausende E-SUVs am Kabel und saufen kollektiv Strom, als würden sie den Todesstern neu starten müssen: hätte die Rebellion das Ding lahmgelegt, würden diese stromfressenden Kutschen in ihrer Gier locker genug Energie liefern, um den Superlaser wieder hochzufahren – und zwar sofort.
Und das Beste: Während der Todesstern nach dem Reboot wieder mit einer Leistung von Trilliarden Watt schießen kann, bringt dich die E-Karre im besten Fall bis zur nächsten Ladesäule in 250km Entfernung.
Und, dass du mit diesem Stromüberschuss nicht die Menschheit rettest, sondern bloß einen Parkplatz voller Blechkolosse am Leben hältst. Vielleicht ist genau das der Grund, warum der Dyson keine Leistung mehr bringt: in Wahrheit haben sie dort eh 5.000-Watt-Motoren verbaut, doch durch die ganzen E-Autos an den Ladestationen kommt bei den Düsen nur noch Reststrom an. Na gut – fünf Watt zum rausblasen bleiben übrig, sonst würde selbst den gläubigsten E-Auto-Sektenjüngern auffallen, welchem inszenierten Scheiß sie seit Jahren hinterherlaufen.
Und am Ende bleibt für dich zu Hause nur ein Flackerlicht aus der Designer-LED, bei dem du nicht mal mehr erkennst, ob der Dyson den Staub gerade nach links oder nach rechts verschiebt.
Das Ganze nennt sich dann „nachhaltig“, „transformativ“ und „resilient“ und wird dir verkauft mit denselben Phrasen, mit denen man dir einst die 60-Watt-Glühbirne weg geredet hat. Heute heißt es „Gamechanger“, „Zukunftsfähigkeit“ oder gleich „Zeitenwende“. Ergebnis: eine Welt voller Funzeln, Fabelwesen und Funktionsruinen – verpackt als Fortschritt. Star-Wars-Droiden ohne Charme, Purpose oder überhaupt irgendeine Funktion.
Kurz: Wir leben im ersten Comedy-Experiment, das als Politik getarnt ist. Der Strafplanet ist längst keine Dystopie mehr – er ist eine Slapstick-Show, in der die Pointe immer auf unsere Kosten geht. Und wir sitzen gezwungen in der ersten Reihe.




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