Die Beerdigung des Völkerrechts – live, offen, folgenlos

Wenn internationales Recht dort endet, wo US-Interessen beginnen

Es ist kein Gefühl mehr, keine Übertreibung, keine Verschwörungstheorie:

Das internationale Recht existiert faktisch nicht mehr.

Nicht, weil es abgeschafft wurde.

Nicht, weil es niemand mehr kennt.

Sondern weil es selektiv angewendet wird – und damit seinen Sinn verloren hat.

Der jüngste Angriff der USA auf Venezuela, inklusive Bombardierung, Entführung des amtierenden Präsidenten Nicolás Maduro und offener Ankündigung einer Übergangsherrschaft, ist kein Betriebsunfall. Er ist ein Symptom. Ein Endpunkt. Ein Offenbarungseid.

Maduro – kein Held, kein Freibrief

Man kann – und sollte – die Regentschaft Maduros kritisch sehen.

Autoritär. Korruptionsnah. Demokratisch höchst fragwürdig. Wirtschaftlich katastrophal.

Aber genau hier beginnt die entscheidende Linie:

Schlechte Regierung rechtfertigt keinen Angriffskrieg.

Fragwürdige Legitimität rechtfertigt keine Entführung.

Ressourceninteresse rechtfertigt kein Faustrecht.

Sonst gilt kein Recht mehr, sondern nur noch Macht.

Der Spiegel: Ukraine vs. Venezuela

Und hier kommt die Doppelmoral in Reinform.

Beim Ukraine-Krieg hören wir seit Jahren:

– „Unprovozierter Angriff“

– „Es gibt keine Vorgeschichte“

– „Kontext ist Relativierung“

– „Wer nach Ursachen fragt, ist Propagandist“

Jahrelange NATO-Osterweiterung? Tabu.

Putsch 2014? Verschwörung.

Bürgerkrieg im Donbass? Russisches Märchen.

Kontext verboten.

Und jetzt?

Jetzt bombardieren die USA ein souveränes Land, verschleppen dessen Präsidenten, kündigen an, das Land zu „regieren“ – und plötzlich gilt:

– Es ist kompliziert

– Er war ja kein Guter

– Man muss das differenziert sehen

Kontext plötzlich erlaubt.

Das ist keine Heuchelei mehr.

Das ist System.

Gedankenexperiment: Wenn Russland es täte

Stellen wir uns – rein hypothetisch – vor, Russland würde in Deutschland einmarschieren, die Regierung in Berlin als korrupt, kriegsverantwortlich und demokratisch entkernt erklären, sie festnehmen und außer Landes bringen.

Der Aufschrei wäre global.

Sanktionen in Stunden.

NATO-Alarmstufe.

Sondersendungen ohne Ende.

„Rückkehr des Faschismus“, „Zerstörung der Weltordnung“.

Kein Mensch würde nach Vorgeschichte fragen.

Kein Mensch würde differenzieren.

Gleiches Handeln – völlig andere Bewertung.

Nicht wegen Moral.

Sondern wegen Macht.

Dugin, Ganser und die unbequeme Wahrheit

Der russische Philosoph Alexander Dugin formuliert es brutal klar:

Internationales Recht existiert nur, solange ein Kräftgegleichgewicht besteht. Kippt es, regiert Gewalt und Ideologie.

Man muss Dugin nicht mögen,

Aber man sollte zur Kenntnis nehmen, dass seine Diagnose mit der Realität übereinstimmt
Artikel: https://substack.com/@alexanderdugin/note/p-183336536?

Ähnlich nüchtern dokumentiert Daniele Ganser seit Jahren die völkerrechtswidrigen Interventionen der USA – Irak, Libyen, Syrien, Afghanistan, Jugoslawien. Immer das gleiche Muster. Immer neue Begründungen. Immer gleiche Interessen.

Buch Illegale Kriege: https://amzn.eu/d/adN8E3h

Wer glaubt, Venezuela sei eine Ausnahme, hat die letzten 30 Jahre verschlafen.

Die regelbasierte Ordnung ist tot

Was wir heute haben, ist keine Weltordnung mehr, sondern:

– Recht für Schwache

– Ausnahmen für Starke

– Moral als PR

– Sanktionen als Waffe

Die UN ist Fassade.

Das Völkerrecht ist Dekoration.

Die „Werte“ sind variabel.

Und genau das macht die Situation so gefährlich.

Denn wenn Recht nur noch gilt, wenn es nützt, dann bleibt am Ende nur noch eines:

Konfrontation.

Nicht, weil sie jemand will.

Sondern weil ohne gemeinsame Regeln nichts anderes übrig bleibt.

Fazit

Maduro ist kein Vorbild.

Die USA sind kein Weltgericht.

Und wer bei Venezuela schweigt, während er bei der Ukraine schreit, hat jede Glaubwürdigkeit verloren.

Das Völkerrecht ist nicht gefallen.

Es wurde ausgehöhlt, instrumentalisiert und schließlich offen missachtet.

Und wer das nicht erkennt, wird sich bald fragen müssen,

warum plötzlich niemand mehr fragt, wenn er selbst an der Reihe ist.


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Tom Weber

Tom Weber – Beruf: Störenfried. Diagnose: chronisch allergisch gegen Heuchelei, Doppelmoral und staatlich geprüften Schwachsinn. Schreibt auf dem Strafplaneten über alles, was im offiziellen Irrenhaus als „normal“ gilt – und daher dringend untersucht werden muss

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