67 Worte, ein Jahrhundert Lüge – und der heutige Völkermord
Am 2. November 1917 schrieb der britische Außenminister Arthur Balfour einen kurzen Brief an Lord Rothschild. Nur 67 Worte lang – und doch veränderte dieser Text die Welt. Die britische Krone versprach darin eine „nationale Heimstätte für das jüdische Volk in Palästina“. Ein Akt kolonialer Willkür, über die Köpfe derer hinweg beschlossen, die dort seit Jahrhunderten lebten: arabische, muslimische und christliche Palästinenser.
Die Erklärung versprach zwei Dinge gleichzeitig – und beide waren unvereinbar:
- Unterstützung für das zionistische Projekt in Palästina.
- Wahrung der Rechte der nicht-jüdischen Bevölkerung vor Ort.
Ein Widerspruch, der nicht aus Naivität entstand, sondern aus Kalkül. Die Briten wollten Palästina als Brückenkopf ihres Imperiums. Und sie glaubten, durch die Unterstützung des Zionismus internationale jüdische Netzwerke – vor allem in den USA – für ihre Kriegsziele nutzen zu können.
Das Ergebnis? 100 Jahre ethnische Säuberung.
- 1948: Mehr als 750.000 Palästinenser werden vertrieben. Dörfer ausgelöscht, Existenzen zerstört.
- Bis heute: Illegale Siedlungen, Hauszerstörungen, Checkpoints, Blockadepolitik – ein Apartheidsystem nach Lehrbuch.
- 2023/24: Zehntausende Tote in Gaza. Bombardierte Flüchtlingslager. Verhungernde Kinder. Und eine Weltöffentlichkeit, die schweigt – oder applaudiert.
All das wurde ermöglicht, getragen und gerechtfertigt von der sogenannten „westlichen Wertegemeinschaft“:
- Die USA liefern Bomben.
- Die EU schweigt – oder ruft zur „Zurückhaltung auf beiden Seiten“.
- Deutschland versorgt Israel mit Waffen und nennt es „Staatsräson“.
Gleichzeitig diffamiert man jeden, der diese Verbrechen beim Namen nennt. Kritik an Israel gilt als antisemitisch, Widerstand der Palästinenser als Terror, und die Täter sitzen auf Diplomatenempfängen und reden von Frieden, während sie Krieg führen.
Fakt ist:
Die Balfour-Erklärung war keine nette Geste – sie war der Startschuss eines Projekts, das bis heute auf Vertreibung, Gewalt und Besatzung beruht. Wer heute über den Nahost-Konflikt redet, ohne diese Wurzel zu benennen, betreibt Geschichtsfälschung.
Was wir brauchen:
- Eine Entschuldigung der ehemaligen Kolonialmächte.
- Die Anerkennung der Nakba als Völkermord.
- Das Ende der bedingungslosen Unterstützung Israels durch westliche Staaten.
- Und endlich: echte Gerechtigkeit für das palästinensische Volk.
Denn Frieden entsteht nicht durch militärische Überlegenheit, sondern durch Wahrheit. Und diese Wahrheit beginnt mit dem Mut, 67 Worte als das zu benennen, was sie waren: Der erste Schritt in ein Jahrhundert organisierter Ungerechtigkeit.
📄 Anmerkung: Wer die historischen Details zu diesem Fall im Mainstream nachlesen möchte, findet sie in einem gut dokumentierten Artikel auf Deutschlandfunk Kultur aus dem Jahr 2017.
https://www.deutschlandfunkkultur.de/die-balfour-deklaration-von-1917-wer-hat-wem-was-versprochen-100.html




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